Cunz/Schlapke abstract 2007
Reiner Cunz, Niedersachsisches Landesmuseum, Hannover, and Mario Schlapke, Thuringisches Landesamt fur Denkmalpflege und Archaologie, Weimar*Software solutions of the numismatic commission of the German Lander for cataloguing coins, medals, and paper money*
Ausgehend von der Software-Lösung „EDV-Fundkatalog Mittelalter/Neuzeit“ der NK wurde ein einfach anzuwendendes modulares Programm zur Erfassung und wissenschaftlichen Nutzung von (kleineren) numismatischen Sammlungen entwickelt. Dieses wird zur kostenfreien Nutzung an interessierte Museen und wissenschaftliche Projekte weitergegeben und im Rahmen der Pflege des EDV-Fundkatalogs weiterentwickelt. Es handelt sich um ein ACCESS 2000-Programm, das in einer Runtime-Version lauffähig ist und nur geringe technische Anforderungen an die Hardware stellt. Es läuft also ohne zusätzliche Kosten für den Erwerb von ACCESS.
Das Programm besteht aus verschiedenen Modulen und deckt die drei Hauptgruppen vorkommender Numismatica ab: Münzen, Medaillen und Geldscheine.
Er sind jeweils Erfassungs- und Recherchemasken sowie verschiedene Ausgabeformen (z. B. Listen, Bestimmungskärtchen) vorhanden.
Ein großer Vorteil des Programms besteht in der Nutzung vorhandener und bewährter Fachthesauri für die Erfassung der numismatischen Angaben wie Münzherrschaft, Regent, Nominal und Münzstätte sowie technischer Angaben wie Material. Entwickelt haben sich diese Thesauri aus den Fachthesauri des Niedersächsischen Münzkabinetts der Deutschen Bank und den Erfassungen von Fundmünzen im EDV-Fundkatalog. Diese unterstützenden Listen ermöglichen sowohl eine schnelle Aufnahme von Daten als auch eine inhaltliche „Führung“ von fachlich noch nicht so versierten Anwendern.
Die Erfassungen für die Medaillen und Geldscheine wurden im Rahmen der Anwendung im Kulturhistorischen Museum Magdeburg und dem Münzkabinett Halle an die Erfordernisse der numismatischen Praxis angepasst und weiterentwickelt. Sie sind ebenfalls mit Thesauruslisten versehen und unterstützen die numismatisch korrekte Erfassung dieser Bestände.
Die Integration und Verwaltung von Bilddateien ist vorgesehen.
Da mittlerweile damit in Magdeburg weit über 10.000 Münzen und Medaillen und in Halle über 25.000 Geldscheine erfasst wurden, kann das Programm seine Praxistauglichkeit nachweisen.
Das Sammlungsprogramm der Numismatischen Kommission richtet sich nicht nur an große Münzkabinette sondern vor allem auch an Museen mit kleineren Sammlungsbeständen und/oder Einrichtungen, deren Museumsmanagement-Programme nur unzureichend oder überhaupt nicht numismatische Objekte im Detail erfassen können.
Bei der Konzeption des Programms war Zukunftsfähigkeit und Flexibilität ein ganz wesentlicher Aspekt. Durch einheitliche und offen dokumentierte Datenstrukturen sind die Daten auch für die spätere Weiterverwendung geeignet. Sie können wie die Münzfunddaten der NK als XML-File für plattform- und programmunabhängige Weiterverwendung exportiert werden und stehen späteren Entwicklungen offen. Die Konvertierung in zukünftige Programmgenerationen oder in andere Datenbanken und Managementsysteme ist somit problemlos möglich.
Interessenten können sich wegen einer Testversion direkt mit der Geschäftsstelle der Numismatischen Kommission im Niedersächsischen Landesmuseum Hannover in Verbindung setzen.
English summary:
The German Numismatic Commission developed a special database software for cataloguing coins, medals and paper money in museums: coin cabinets, money and banking museums and every type of general museums. The program is available free of charge for scientific purposes in museums and research projects.
"back to Vienna programme":http://www.icomon.org.uk/meetings/31/vienna-programme